Was ist Azubis wichtig, wenn sie einen Betrieb wählen? 307 Auszubildende aus der Region Leipzig haben der IHK geantwortet. Die Zahlen, was dahintersteckt und was Betriebe daraus für ihre Ansprache machen.
Was ist Azubis wichtig? Die IHK zu Leipzig hat 307 Auszubildende im ersten Lehrjahr gefragt. 93 Prozent nennen die praktische Arbeit als entscheidend, 91 Prozent erwarten gute Übernahmechancen, und 30 Prozent hatten die Zusage schon nach einer einzigen Bewerbung. Auf den Betrieb aufmerksam werden die meisten über Eltern und Freunde, die Website des Betriebs verliert deutlich. Wer Azubis ansprechen will, zeigt die Tätigkeit, nennt die Perspektive und antwortet schnell.
Was ist Azubis wichtig, wenn sie sich für einen Betrieb entscheiden? Die Frage wird jedes Jahr bundesweit gestellt und meist mit Studien aus Bochum oder Berlin beantwortet. Die IHK zu Leipzig hat sie 2026 vor Ort gestellt: 307 Auszubildende im ersten Lehrjahr aus der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen haben geantwortet, veröffentlicht am 10. Juli 2026. Die Antworten sind für jeden Ausbildungsbetrieb lesbar, nicht nur für Leipziger, weil sie fast deckungsgleich mit den Ergebnissen aus ganz Ostdeutschland sind. Nur eben konkreter.
Dieser Beitrag nimmt die Leipziger Zahlen als Ausgangspunkt, legt die ostdeutsche Gesamtumfrage, den DGB-Ausbildungsreport und den Azubi.Report daneben und übersetzt die Ergebnisse in die Frage, die Betriebe tatsächlich haben: Was muss in der Anzeige, im Video und auf der Karriereseite stehen, damit sich die Richtigen bewerben? Die Betriebssicht, also weniger Plätze und trotzdem unbesetzte Stellen, steht im Beitrag Azubis gewinnen, wenn Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Hier geht es um die Bewerberseite.
Was die 307 Antworten aus der Region Leipzig zeigen
Die Auszubildenden in der Region Leipzig nennen drei Dinge als entscheidend: die praktische Arbeit (93 Prozent), Aufgaben, die den eigenen Interessen entsprechen (93 Prozent), und gute Übernahme- und Karrierechancen (91 Prozent). 86 Prozent würden die Ausbildung in ihrem Betrieb weiterempfehlen. 78 Prozent lernen ihren Wunschberuf, sechs Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.
Die Umfrage läuft jedes Jahr unter den Auszubildenden des ersten Lehrjahres, 2026 also unter denen, die im Sommer 2025 angefangen haben. Dr. Gert Ziener, Geschäftsführer Grundsatzfragen der IHK zu Leipzig, fasst die Ergebnisse so zusammen: Jugendliche achten bei der Wahl des Betriebs genau auf Perspektiven und Rahmenbedingungen, überzeugend wirken Aufstiegsmöglichkeiten, ein wertschätzendes Betriebsklima und eine gute Ausbildung. Und: „Zunehmend gewinnt auch das Unternehmensimage für die Jugendlichen an Bedeutung." Das ist der Satz, der für die Ansprache am meisten bedeutet, und wir kommen darauf zurück.
| Kennzahl (Azubis im 1. Lehrjahr, 2026) | Region Leipzig (307 Befragte) | Ostdeutschland (über 5.300) | Kammerbezirk Dresden (637) | | --- | --- | --- | --- | | Praxisbezug ist wichtig | 93 % | 94 % | 94 % | | Erwarten gute Übernahme- und Karrierechancen | 91 % | 92 % | 91 % | | Würden den Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen | 86 % | 85 % | 89 % | | Zusage nach einer einzigen Bewerbung | 30 % | ein Drittel | 29 % | | Rückmeldung innerhalb eines Monats | 61 % | rund zwei Drittel | nicht ausgewiesen | | Angebot wegen Entfernung abgelehnt | 40 % | fast jeder Vierte | 24 % | | Vor der Ausbildung ungelernt gearbeitet | 29 % | 30 % | 26 % |
Die ostdeutschen Werte stammen aus der gemeinsamen Azubi-Umfrage der ostdeutschen IHKs 2026, die Dresdner aus der Auswertung der IHK Dresden vom Juni 2026. Bei Praxis, Perspektive und Weiterempfehlung liegen alle drei innerhalb weniger Prozentpunkte. Die eine Zahl, bei der die Region Leipzig deutlich abweicht, ist die Mobilität: 40 Prozent haben hier schon ein Angebot wegen der Entfernung abgelehnt, im ostdeutschen Schnitt fast jeder Vierte. Für Betriebe im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen ist das die wichtigste Zeile der Tabelle.
Praxis zuerst: was „praktische Tätigkeiten" für die Ansprache heißt
93 Prozent der Leipziger Auszubildenden nennen praktische Tätigkeiten als wesentlichen Grund für ihre Ausbildung, 83 Prozent den direkten Einstieg in den Berufsalltag. Für die Ansprache heißt das: zeigen, was man am Dienstag um zehn tatsächlich macht. Werkbank, Kundengespräch, Baustelle. Nicht das Firmengebäude und nicht die Geschäftsführung am Schreibtisch.
Jugendliche entscheiden sich für eine Tätigkeit, nicht für ein Unternehmen. Das zeigt auch der Blick auf die Berufsorientierung: Praktische Erfahrungen wie Praktika, Ferienjobs und Betriebsbesuche sind mit 56 Prozent weiterhin das wichtigste Instrument, aber sie gingen gegenüber dem Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte zurück. Die Lücke füllt das persönliche Umfeld. Ein Teil der Jugendlichen hat den Betrieb vor der Bewerbung also nie von innen gesehen. Für die ist ein kurzes Video aus dem Alltag das Praktikum, das sie nicht gemacht haben.
Die Frage, die im Interview funktioniert
Aus der Praxis: Bei einem Azubi-Dreh in einem Handwerksbetrieb bei Leipzig hatten wir im Frühjahr drei Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr vor der Kamera. Die geplante Frage war „Warum hast du dich für den Beruf entschieden?". Die Antworten waren brav und austauschbar. Die Aussage, die später in allen Kurzfassungen lief, kam auf die Nachfrage, was sie in der ersten Woche gebaut hatten: ein Geländer, das heute vor dem Eingang steht. Das ist Praxisbezug in einem Satz, und es ist genau das, was 93 Prozent hören wollen. Wie wir solche Interviews führen und warum die beste Aussage selten aus der geplanten Frage kommt, steht ausführlich im Beitrag über das Recruiting-Video in der Pflege.
Wie Jugendliche auf einen Betrieb aufmerksam werden
48 Prozent der Leipziger Auszubildenden sind über Eltern, Freunde und Bekannte auf ihren Betrieb aufmerksam geworden. Die Internetseiten der Betriebe verloren als Informationsquelle gegenüber dem Vorjahr rund 13 Prozentpunkte, Onlinebörsen und schulische Angebote gewannen. Praktika, Ferienjobs und Betriebsbesuche nennen 19 Prozent. Eine Anzeige erreicht also selten den Jugendlichen direkt, sondern meist sein Umfeld.
| Wie Azubis auf den Betrieb kamen | Region Leipzig 2026 | Entwicklung zum Vorjahr | Was Betriebe daraus machen | | --- | --- | --- | --- | | Persönliches Umfeld (Eltern, Freunde, Bekannte) | 48 % | gewinnt deutlich | Inhalte, die Eltern und Freunde weitergeben: Übernahme, Alltag, echte Gesichter | | Internetseite des Betriebs | nicht ausgewiesen | minus rund 13 Prozentpunkte | Karriereseite bleibt das Ziel jeder Anzeige, ist aber keine Quelle mehr | | Onlinebörsen | nicht ausgewiesen | gewinnt | Anzeige in der IHK-Lehrstellenbörse vollständig ausfüllen, mit Bild und Ansprechpartner | | Schulische Angebote | nicht ausgewiesen | gewinnt | Feste Praktikumstage, ein Kontakt an der nächsten Oberschule | | Praktika, Ferienjobs, Betriebsbesuche | 19 % | Berufsorientierung insgesamt minus fast 10 Prozentpunkte | Praktikumsplatz in jeder Anzeige nennen, Bewerbung dafür in zwei Minuten |
Die Leipziger Zahl deckt sich mit zwei bundesweiten Befunden. Der DGB-Ausbildungsreport 2025 mit 9.090 befragten Auszubildenden nennt Familie und Freunde als die wichtigsten Helfer bei der Ausbildungsplatzsuche, deutlich vor Arbeitsagentur und schulischer Berufsorientierung. Im Azubi.Report 2025 von Ausbildung.de nennen 22 Prozent der Jugendlichen die Eltern als wichtigste Begleiter in der Berufsorientierung, Social Media kommt auf 11 Prozent. Das heißt nicht, dass Social Media unwichtig ist. Es heißt, dass der Beitrag dort nicht nur den Jugendlichen überzeugen muss, sondern so gebaut sein sollte, dass die Mutter ihn an den Sohn weiterschickt. Welche Wege es gibt, solche Inhalte regelmäßig zu produzieren, und was die vier Modelle rechtlich unterscheidet, steht in Social Media Content erstellen lassen: Agentur, UGC, Inhouse oder KI?.
Warum die Betriebswebsite verliert und trotzdem gebraucht wird
Dass die Internetseiten der Betriebe als Quelle 13 Prozentpunkte verlieren, überrascht nur auf den ersten Blick. Kaum ein Jugendlicher tippt die Adresse eines Betriebs ein, den er noch nicht kennt. Die Website ist der zweite Schritt, nicht der erste. Sie muss deshalb das halten, was die Empfehlung oder die Anzeige versprochen hat: dieselben Gesichter, dieselbe Tätigkeit, ein Bewerbungsweg, der am Handy in zwei Minuten erledigt ist. Wer dort einen Imagefilm aus dem Jahr 2019 und ein Formular mit Anschreiben-Pflicht zeigt, verliert genau an der Stelle, an der die Empfehlung gerade gewirkt hat.
Perspektive, Betriebsklima, Image: die drei Gründe hinter der Entscheidung
Nach der Praxis zählen Perspektive und Klima. 91 Prozent der Leipziger Auszubildenden erwarten gute Übernahme- und Karrierechancen, die IHK nennt Betriebsklima, Betreuung und zunehmend das Unternehmensimage als Gründe für eine Weiterempfehlung. Bundesweit wünschen sich laut Azubi.Report drei von vier Auszubildenden vor allem einen sicheren Arbeitsplatz.
Der DGB-Ausbildungsreport fragt die Betriebswahl direkt ab. Wichtig sind den Jugendlichen demnach vor allem die gute Erreichbarkeit des Betriebs, ein positives Arbeitsklima, faire Arbeitszeiten und eine angemessene Vergütung. Keines dieser vier Kriterien steht üblicherweise in einer Stellenanzeige für Auszubildende. Dort stehen Anforderungen an den Bewerber. Die Umfragen sagen: Dreht es um. Beantwortet in der Anzeige die vier Fragen, die sich der Jugendliche und seine Eltern stellen, und zwar in dieser Reihenfolge.
Besonders deutlich wird das bei der Übernahme. 91 Prozent erwarten sie, gleichzeitig wissen laut DGB 41,5 Prozent der Auszubildenden im letzten Lehrjahr nicht, ob sie übernommen werden, sieben Prozentpunkte mehr als im Jahr davor. Ein Betrieb, der in der Regel übernimmt, hat damit ein Argument, das fast die Hälfte der Konkurrenz nicht ausspricht. Es gehört in die erste Zeile, nicht ins Bewerbungsgespräch.
Image ist kein Logo
Wenn die IHK sagt, das Unternehmensimage gewinne an Bedeutung, meint sie nicht den Markenauftritt. Für einen Sechzehnjährigen ist das Image eines Betriebs das, was die Azubis aus dem dritten Lehrjahr auf dem Schulhof oder in der Familie erzählen. 86 Prozent der Leipziger Auszubildenden würden ihren Betrieb weiterempfehlen. Das ist der stärkste Kanal, den ein Ausbildungsbetrieb hat, und er kostet nichts außer der Frage, ob die eigenen Azubis vor der Kamera erzählen wollen, was sie ihren Freunden ohnehin erzählen. Weil viele von ihnen minderjährig sind und in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, gehört die schriftliche Einwilligung, bei Minderjährigen auch die der Eltern, in die Vorbereitung. Wie die Einwilligung aussieht und was bei einem späteren Widerruf gilt, steht in Einwilligung für Foto und Video beim Dreh.
Bewerbung und Antwortzeit: 30 Prozent hatten mit einer Bewerbung die Zusage
30 Prozent der Leipziger Auszubildenden erhielten mit ihrer ersten Bewerbung eine Zusage, 36 Prozent brauchten zwei bis fünf, 13 Prozent mehr als 15. 61 Prozent bekamen innerhalb eines Monats eine Rückmeldung. 66 Prozent hatten sich bis März des Vorjahres beworben. Wer im Mai antwortet, antwortet jemandem, der längst woanders zugesagt hat.
| Bewerbungsprozess aus Sicht der Azubis | Region Leipzig 2026 | Konsequenz für den Betrieb | | --- | --- | --- | | Zusage nach einer Bewerbung | 30 % | Der erste Betrieb, der antwortet, bekommt oft den Zuschlag | | Zwei bis fünf Bewerbungen nötig | 36 % | Die Mehrheit vergleicht, also zählt, was in der Anzeige konkret steht | | Mehr als 15 Bewerbungen nötig | 13 % | Prüfen, ob die eigenen Anforderungen die Falschen aussortieren | | Rückmeldung innerhalb eines Monats | 61 % | Ein Monat ist der Durchschnitt, nicht der Maßstab | | Bewerbung bis März verschickt | 66 % | Die Saison für den Start 2027 läuft von Oktober bis März |
Der Azubi.Report 2025 liefert den Vergleichswert auf Betriebsseite: 65 Prozent der Unternehmen antworten inzwischen innerhalb einer Woche auf Bewerbungen, und die Studie nennt schnelle Rückmeldung ausdrücklich als Zeichen von Wertschätzung. Wer eine Woche braucht, ist damit Durchschnitt. Wer innerhalb von 48 Stunden anruft, nicht mailt, fällt auf. Das ist die günstigste Maßnahme in diesem ganzen Beitrag, und sie verlangt keine Agentur, sondern einen Namen im Betrieb, der dafür zuständig ist.
Die 13 Prozent mit mehr als 15 Bewerbungen verdienen einen zweiten Blick. Das sind Jugendliche, die wollen, und die an formalen Hürden scheitern: Notenschnitt, Anschreiben, Zeugnisse, Fristen. Ein Betrieb, der seine Anforderungen in der Anzeige auf das reduziert, was für den ersten Kontakt nötig ist, erreicht diese Gruppe, bevor sie frustriert aufgibt oder ungelernt arbeitet. 29 Prozent der Befragten haben genau das vor der Ausbildung getan, 70 Prozent davon länger als sechs Monate.
Erreichbarkeit: 40 Prozent haben ein Angebot wegen der Entfernung abgelehnt
40 Prozent der Leipziger Auszubildenden haben schon ein Ausbildungsangebot wegen zu großer Entfernung oder schlechter Verkehrsanbindung abgelehnt, deutlich mehr als im ostdeutschen Schnitt. Rund ein Drittel braucht 60 bis 120 Minuten zur Berufsschule. Für Betriebe im Landkreis gehört die Anfahrt in die erste Zeile der Anzeige, nicht ins Kleingedruckte.
Das ist der Punkt, an dem die Region Leipzig von allen anderen Zahlen abweicht, und er betrifft vor allem Betriebe außerhalb der Stadt. 15 Prozent der Auszubildenden sind für ihre Ausbildung umgezogen, 18 Prozent nutzen einen Wohnheimplatz oder eine Wohnung am Berufsschulstandort. 81 Prozent erreichen ihren Betrieb innerhalb von 60 Minuten, die Berufsschule nur 61 Prozent. Ein Betrieb in Nordsachsen konkurriert also nicht nur mit dem Betrieb im Nachbarort, sondern mit der Frage, wie der Jugendliche morgens um sechs zum Tor kommt.
Für die Ansprache folgt daraus eine simple Regel: Wer Jobticket, Werksbus, Fahrgemeinschaft oder eine Wohnung stellt, schreibt das in die Anzeige und sagt es im Video, bevor die Eltern die Frage stellen. Und wer die Berufsschule in der Stadt hat, nennt sie mit Ort. Beides kostet nichts und räumt den Grund aus, aus dem vier von zehn Jugendlichen in der Region schon einmal abgesagt haben.
Sechs Bausteine für die Ansprache, abgeleitet aus den Antworten
Aus den Antworten ergeben sich sechs Bausteine: die Tätigkeit zeigen statt den Betrieb, echte Azubis sprechen lassen, Übernahme und den Weg nach der Prüfung benennen, Eltern als zweite Zielgruppe bedienen, Anfahrt und Berufsschule offen nennen und innerhalb einer Woche antworten. Keiner davon braucht ein großes Budget, alle brauchen eine Entscheidung.
| Baustein | Beleg aus den Umfragen | Umsetzung | Woran Sie es merken | | --- | --- | --- | --- | | 1. Tätigkeit zeigen, nicht den Betrieb | 93 % Praxisbezug, 83 % direkter Einstieg | Kurze Hochformat-Videos je Tätigkeit, ohne Drohnenflug übers Gelände | Aufrufe bis zum Ende, Fragen nach dem Beruf statt nach dem Gehalt | | 2. Echte Azubis sprechen lassen | 86 % würden weiterempfehlen, Image gewinnt | Azubis aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr, Einwilligung vorab | Bewerber nennen im Gespräch den Namen aus dem Video | | 3. Übernahme und Weg danach benennen | 91 % erwarten Perspektive, 41,5 % wissen sie nicht | Übernahmequote und Weiterbildung in der ersten Zeile der Anzeige | Weniger Absagen nach dem Vorstellungsgespräch | | 4. Eltern als zweite Zielgruppe | 48 % über das Umfeld, Eltern 22 % vs. Social Media 11 % | Eine längere Fassung für Facebook und Karriereseite: Sicherheit, Ausbilder, Alltag | Eltern begleiten zum Probetag | | 5. Anfahrt und Berufsschule offen nennen | 40 % haben wegen Entfernung abgesagt | Jobticket, Werksbus, Wohnung, Berufsschulort in Anzeige und Video | Weniger Rückzieher zwischen Zusage und Start | | 6. Innerhalb einer Woche antworten | 61 % Rückmeldung in einem Monat, 65 % der Betriebe in einer Woche | Ein Zuständiger, Anruf statt Mail, Termin innerhalb von sieben Tagen | Zusagen vor Ostern statt im Juni |
Zum Aufwand, weil die Frage immer kommt: Aus einem Drehtag mit drei Auszubildenden entstehen bei uns in der Regel sechs bis acht Kurzvideos im Hochformat, eines je Tätigkeit, plus eine längere Fassung für Eltern und Karriereseite. Das reicht für eine komplette Bewerbungssaison von Oktober bis März. Was dabei nicht hineingehört, sind KI-generierte Darsteller oder Szenen. Jugendliche erkennen das schneller als Erwachsene, und seit August 2026 greift außerdem die Kennzeichnungspflicht, deren Regeln für Social Media wir in KI-Kennzeichnungspflicht ab 2. August 2026 zusammengefasst haben. Für Azubi-Videos ist die Antwort einfach: echte Azubis, echter Betrieb.
Wann die Ansprache nicht das Problem ist
Reichweite hilft nicht, wenn die eigenen Azubis den Betrieb nicht weiterempfehlen würden. 32,3 Prozent der Auszubildenden leisten laut DGB regelmäßig Überstunden, 14,7 Prozent übernehmen häufig ausbildungsfremde Aufgaben. Wer das im eigenen Betrieb kennt, bekommt mit einem Video mehr Bewerbungen in einen Alltag, der sie wieder verliert.
Die 86 Prozent Weiterempfehlung in Leipzig sind ein Durchschnitt. Der DGB-Report zeigt, wie weit die Spanne zwischen den Berufen reicht: Über 80 Prozent Zufriedenheit bei angehenden Steuerfachangestellten, deutlich weniger in Hotel, Gastronomie und Handel. Ein Betrieb, dessen Azubis im ersten Jahr abspringen, sollte vor jeder Kampagne drei Fragen ehrlich beantworten.
- Gibt es einen Ausbilder mit Zeit, der die ersten vier Wochen plant? Wenn nicht, zuerst das, dann die Anzeige.
- Würden die eigenen Azubis aus dem dritten Lehrjahr vor der Kamera sagen, dass sie die Ausbildung wieder wählen würden? Wenn Sie zögern, ist das die Antwort.
- Wird jede Bewerbung innerhalb von sieben Tagen beantwortet? Wenn nicht, fehlt kein Video, sondern ein Zuständiger.
Ein zweiter Fall: Wer einen Platz im Jahr vergibt und ihn über Praktikanten aus der Nachbarschaft ohnehin besetzt, braucht keine Kampagne. Eine aktuelle Karriereseite, ein vollständiger Eintrag in der Lehrstellenbörse und ein Kontakt zur nächsten Oberschule reichen dann aus.
Häufige Fragen: was Azubis wichtig ist
Die häufigsten Fragen betreffen die Kriterien bei der Betriebswahl, die Informationswege, die Zahl der Bewerbungen, die richtige Antwortzeit und die Rolle der Eltern. Die Antworten stützen sich auf die IHK-Umfrage Leipzig vom 10. Juli 2026, die ostdeutsche IHK-Umfrage, den DGB-Ausbildungsreport 2025 und den Azubi.Report 2025.
Was ist Azubis bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs am wichtigsten?
Die praktische Arbeit. In der Umfrage der IHK zu Leipzig 2026 nennen 93 Prozent der Auszubildenden praktische Tätigkeiten als entscheidend, 93 Prozent wollen Aufgaben, die ihren Interessen entsprechen, und 91 Prozent erwarten gute Übernahme- und Karrierechancen. Bei der Wahl des konkreten Betriebs zählen laut DGB-Ausbildungsreport zusätzlich die Erreichbarkeit, das Arbeitsklima, faire Arbeitszeiten und eine angemessene Vergütung.
Wie werden Jugendliche auf einen Ausbildungsbetrieb aufmerksam?
Vor allem über Eltern, Freunde und Bekannte: 48 Prozent der Leipziger Auszubildenden sind so auf ihren Betrieb gekommen. Die Internetseiten der Betriebe verloren als Informationsquelle gegenüber dem Vorjahr rund 13 Prozentpunkte, Onlinebörsen und schulische Angebote gewannen. Praktika, Ferienjobs und Betriebsbesuche nennen 19 Prozent. Eine Anzeige muss deshalb so gebaut sein, dass sie weitergegeben wird.
Wie viele Bewerbungen schreiben Azubis, bis sie eine Zusage haben?
In der Region Leipzig hatten 30 Prozent der Auszubildenden mit der ersten Bewerbung eine Zusage, 36 Prozent brauchten zwei bis fünf Bewerbungen, 13 Prozent mehr als 15. 61 Prozent bekamen innerhalb eines Monats eine Rückmeldung des Unternehmens. Ostdeutschlandweit erhielt ein Drittel die Zusage nach einer einzigen Bewerbung.
Wie schnell sollte ein Betrieb auf eine Azubi-Bewerbung antworten?
Innerhalb einer Woche, besser innerhalb von 48 Stunden. Laut Azubi.Report 2025 antworten 65 Prozent der Unternehmen inzwischen innerhalb einer Woche, das ist der Maßstab, an dem Jugendliche einen Betrieb messen. Da sich 66 Prozent der Leipziger Auszubildenden bis März des Vorjahres beworben hatten, entscheidet die Antwortzeit im Winter darüber, wer im Sommer anfängt.
Welche Rolle spielen Eltern bei der Berufswahl?
Eine größere, als die meisten Betriebe einplanen. Das persönliche Umfeld ist mit 48 Prozent die wichtigste Quelle für den Ausbildungsbetrieb, und im Azubi.Report 2025 nennen 22 Prozent der Jugendlichen die Eltern als wichtigste Begleiter in der Berufsorientierung, doppelt so viele wie Social Media mit 11 Prozent. Eltern wollen wissen, ob der Betrieb übernimmt und wie es nach der Prüfung weitergeht. Das gehört in jede längere Fassung.
Was erwarten Azubis von der Zeit nach der Ausbildung?
Eine klare Perspektive. 91 Prozent der Leipziger Auszubildenden erhoffen sich gute Übernahme- und Karrierechancen, und laut Azubi.Report wünschen sich drei von vier vor allem einen sicheren Arbeitsplatz. Gleichzeitig wissen laut DGB 41,5 Prozent der Auszubildenden im letzten Lehrjahr nicht, ob sie übernommen werden. Wer übernimmt, sollte das deshalb schon in der Anzeige sagen.
Gilt die Leipziger Umfrage auch für andere Regionen?
Im Kern ja. Die Leipziger Werte liegen fast deckungsgleich mit der gemeinsamen Umfrage der ostdeutschen IHKs mit über 5.300 Befragten: 94 Prozent Praxisbezug, 92 Prozent erwartete Perspektive, ein Drittel mit Zusage nach einer Bewerbung. Abweichend ist die Mobilität: In der Region Leipzig haben 40 Prozent ein Angebot wegen der Entfernung abgelehnt, ostdeutschlandweit fast jeder Vierte.
Was wir daraus mitnehmen
Was Azubis wichtig ist, steht seit dem 10. Juli 2026 für die Region Leipzig schwarz auf weiß: Praxis, Perspektive, ein Betrieb, den die eigenen Azubis weiterempfehlen, und ein Weg, der morgens zu schaffen ist. Die Ansprache, die darauf antwortet, zeigt die Tätigkeit mit echten Gesichtern, nennt Übernahme und Anfahrt in der ersten Zeile und antwortet innerhalb einer Woche.
Die Kurzfassung für Ihre Planung: Nehmen Sie die sechs Bausteine aus der Tabelle und prüfen Sie Ihre aktuelle Anzeige dagegen. Meist fehlen drei davon, und keiner der drei kostet ein Budget. Dann entscheiden Sie, ob Ihre Azubis vor die Kamera wollen. Wenn ja, haben Sie den Kanal, den 48 Prozent der Jugendlichen tatsächlich nutzen: die Empfehlung aus dem Umfeld, nur sichtbar gemacht.
Die laufende Produktion solcher Azubi-Inhalte, von der Idee über den Drehtag bis zu den Hochformat-Fassungen für Instagram, TikTok und Facebook, übernehmen wir im Rahmen unseres Social-Media-Marketings für Ausbildungsbetriebe, in Leipzig und bundesweit. Wenn Sie wissen wollen, welche der sechs Bausteine bei Ihnen fehlen, ist das Erstgespräch ohne Verpflichtung und dauert maximal 15 Minuten.
Quelle: https://expertenfilm.de/ki-news/was-ist-azubis-wichtig-ihk-umfrage