Tagessatz oder Festpreis in der Videoproduktion ist keine Preisfrage, sondern eine Frage, wer das Risiko trägt. Hier stehen beide Modelle mit ihren Bruchstellen.
Tagessatz und Festpreis unterscheiden sich nicht darin, wie teuer eine Videoproduktion wird, sondern darin, wer das Risiko trägt, wenn es anders läuft als geplant. Beim Tagessatz tragen Sie es, beim Festpreis die Produktion, und die verlangt dafür einen Aufschlag. Die Faustregel: steht der Umfang vorher fest, nehmen Sie den Festpreis. Ist er offen, nehmen Sie den Tagessatz und deckeln ihn. Entscheidend ist in beiden Fällen nicht die Zahl im Angebot, sondern die Liste dessen, was am Ende geliefert wird.
Wer einen Tagessatz für eine Videoproduktion mit einem Festpreis-Angebot vergleicht, vergleicht in aller Regel zwei Dinge, die gar nicht dasselbe beschreiben. Das eine ist ein Preis für Zeit, das andere ein Preis für ein Ergebnis. Wir sitzen regelmäßig in Erstgesprächen, in denen zwei Angebote auf dem Tisch liegen und das günstigere das teurere ist, weil in ihm die halbe Postproduktion fehlt. Was hier steht, ist nicht aus Vertragsvorlagen abgeschrieben, sondern die Sortierung, die wir vor jedem Drehtag selbst durchgehen.
Die ehrliche Antwort: Sie wählen kein Preisschild, Sie wählen eine Risikoverteilung
Der Unterschied zwischen Tagessatz und Festpreis ist keine Frage der Höhe, sondern der Zuständigkeit für Abweichungen. Beim Tagessatz zahlt der Auftraggeber jede zusätzliche Stunde und jede zusätzliche Fassung. Beim Festpreis zahlt die Produktion sie, hat den Fall aber vorher eingepreist. Beide Modelle sind fair, sobald klar ist, welches Risiko jeweils gemeint ist.
Das lässt sich an einem einzigen Satz festmachen: Wer trägt es, wenn der Dreh statt acht Stunden elf dauert? Beim Tagessatz Sie. Beim Festpreis die Produktion. Genau dafür ist der Festpreis höher als die Summe der Tagessätze, die im günstigsten Verlauf nötig wären. Sie kaufen nicht nur Arbeit, Sie kaufen Planungssicherheit, und die hat einen Preis.
Aus der Praxis: Von zehn Stunden vor Ort entfallen bei einem normalen Interview-Drehtag selten mehr als drei auf laufende Kamera. Der Rest ist Aufbau, Licht, Raumwechsel, Ton prüfen, Wartezeit auf Personen, die noch im Termin sind. Das ist kein Missstand, sondern der Normalfall, und es erklärt, warum Produktionen in Tagen denken und Auftraggeber in fertigen Filmen. Wer diese beiden Sichtweisen nicht übersetzt, vergleicht dauerhaft aneinander vorbei.
Tagessatz Videoproduktion: wann das Modell trägt
Der Tagessatz trägt, wenn der Umfang zum Zeitpunkt der Beauftragung noch nicht feststeht: unklare Anzahl der Gesprächspartner, mehrere Standorte, ein Konzept, das sich am Drehort noch schärft. Sie zahlen dann für Verfügbarkeit statt für ein definiertes Ergebnis und behalten die Freiheit, den Umfang während des Projekts zu ändern.
Die Kalkulationslogik dahinter ist branchenüblich und gut dokumentiert. Der Fachdienst slashcam beschreibt in seiner Infoseite zur Kalkulation von Videoproduktionen die übliche Gliederung in Personalkosten, Sachkosten und Aufschlag, wobei der Personalblock auf Tages- oder Stundensätzen aufsetzt. Wie ein solcher Satz auf der Anbieterseite überhaupt zustande kommt, rechnet das Filmemacher-Blog Die Lichtfänger am Beispiel einer Tagessatz-Berechnung vor: Fixkosten, Abschreibung auf Technik, nicht abrechenbare Tage. Für Auftraggeber ist daran vor allem eines relevant: Ein Tagessatz enthält immer auch die Tage, an denen nicht gedreht wird.
Was ein Tagessatz üblicherweise abdeckt und was nicht
Es gibt keinen Branchenstandard dafür, was im Tagessatz steckt. Genau deshalb entstehen die meisten Nachträge. Die folgende Aufstellung ist die Trennlinie, die wir in Angeboten regelmäßig sehen, und die Spalte rechts ist die, nach der Sie fragen sollten.
| Position | Meist im Tagessatz | Meist separat | Frage ans Angebot | | --- | --- | --- | --- | | Crew vor Ort | Ja | Zusatzpersonal | Wie viele Personen, welche Rollen? | | Kamera, Licht, Ton | Ja | Sonderequipment | Was gilt als Sonderequipment? | | Konzept und Skript | Nein | Ja | Wer schreibt, wie viele Schleifen? | | Anfahrt und Übernachtung | Nein | Ja | Ab welcher Entfernung? | | Schnitt und Farbkorrektur | Nein | Ja | Wie viele fertige Fassungen? | | Korrekturschleifen | Nein | Ja | Wie viele sind inklusive? | | Musiklizenz | Nein | Ja | Welche Laufzeit, welches Gebiet? | | Rohmaterial-Herausgabe | Nein | Meist gar nicht | Bekomme ich die Originaldateien? |
Der letzte Punkt ist der, der am häufigsten übersehen wird und am teuersten wird. Wer das Rohmaterial nicht bekommt, kann in zwei Jahren keine neue Fassung schneiden lassen, ohne neu zu drehen. Was am Drehtag konkret entsteht und wie viel davon überhaupt verwertbar ist, haben wir in der Drehtag-Checkliste für den Einsatz vor Ort aufgeschlüsselt.
Festpreis: wann er die bessere Wahl ist
Der Festpreis ist die bessere Wahl, sobald der Umfang vor der Beauftragung feststeht. Voraussetzung ist ein Konzept, eine geklärte Anzahl von Drehorten und eine verbindliche Liste der Endfassungen. Wer diese drei Punkte liefern kann, bekommt einen belastbaren Festpreis. Wer sie nicht liefern kann, bekommt einen mit Risikoaufschlag.
Das ist die eigentliche Bedingung, und sie wird selten offen ausgesprochen: Ein Festpreis ist nur so gut wie die Beschreibung, auf die er sich bezieht. Ein Angebot über einen Imagefilm ohne Angabe von Länge, Anzahl der Fassungen, Anzahl der Drehorte und Anzahl der Korrekturschleifen ist kein Festpreis, sondern eine Zahl mit Verhandlungsbedarf. Deshalb steht das Konzept vor dem Preis und nicht umgekehrt. Wie so eine Beschreibung aussieht, die einen Festpreis überhaupt tragfähig macht, steht in unserer Vorlage für das Imagefilm-Konzept.
Ein zweiter Punkt, der beim Festpreis gerne untergeht: Ein Kostenvoranschlag ist rechtlich nicht dasselbe wie ein Festpreis. Nach Paragraf 632 BGB gilt, wenn keine Höhe bestimmt wurde, die übliche Vergütung als vereinbart, und ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten. Wer also ein Dokument unterschreibt, in dem eine Zahl steht, ohne dass das Wort Festpreis fällt und ohne dass der Leistungsumfang klar beschrieben ist, hat weniger Sicherheit, als er glaubt.
Was rechtlich hinter den beiden Modellen steckt
Tagessatz und Festpreis entsprechen zwei verschiedenen Vertragstypen. Beim Dienstvertrag ist die Leistung geschuldet, beim Werkvertrag der Erfolg. Welcher Typ vorliegt, entscheidet nicht die Überschrift des Angebots, sondern das, was inhaltlich zugesagt wurde. Für Auftraggeber ist das der wirksamste Hebel im ganzen Vergleich.
Der Werkvertrag nach Paragraf 631 BGB verpflichtet zur Herstellung des versprochenen Werkes, und Absatz 2 nennt ausdrücklich auch einen anderen durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführenden Erfolg als möglichen Gegenstand. Ein fertiger Film fällt darunter. Der Dienstvertrag verpflichtet dagegen zur Leistung der versprochenen Dienste, ohne dass ein bestimmtes Ergebnis geschuldet ist. Das ist die Logik eines reinen Tagessatzes.
Praktisch heißt das: Wenn Ihnen ein fertiger Film zugesagt wird, hilft es Ihnen wenig, dass im Angebot Tagessätze aufgelistet sind. Wenn Ihnen dagegen nur Crew und Technik für einen Tag zugesagt werden, können Sie hinterher schlecht ein bestimmtes Ergebnis verlangen. Klären Sie deshalb vor der Unterschrift genau einen Satz: Was liegt am Ende vor, und wer entscheidet, ob es das ist?
Was passiert, wenn Sie den Dreh absagen
Diesen Fall regelt das Gesetz überraschend klar, und er steht in kaum einem Vergleich im Netz. Nach Paragraf 648 BGB kann der Besteller den Werkvertrag bis zur Vollendung jederzeit kündigen. Die Produktion behält dann den Anspruch auf die vereinbarte Vergütung, muss sich aber anrechnen lassen, was sie an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung ihrer Arbeitskraft verdient. Für den noch nicht erbrachten Teil vermutet das Gesetz 5 Prozent der darauf entfallenden Vergütung. Wer also einen Drehtag absagt, an dem die Crew anderweitig gebucht werden kann, steht deutlich besser da als jemand, der zwei Tage vorher absagt.
Paket und Retainer: die zwei Modelle, die im Vergleich meist fehlen
Neben Tagessatz und Festpreis gibt es zwei weitere Modelle, die in den meisten Vergleichen nicht vorkommen: das Paket, also ein Festpreis für eine feste Lieferliste, und den Retainer, also ein wiederkehrender Betrag für eine laufende Menge an Material. Beide lösen Probleme, an denen die ersten beiden Modelle scheitern.
Das Paket ist genau genommen ein Festpreis, dessen Bezugsgröße nicht das Projekt ist, sondern die Ausbringung: ein Drehtag, daraus eine bestimmte Anzahl fertiger Fassungen in definierten Formaten. Der Vorteil liegt darin, dass sich Angebote dadurch überhaupt erst vergleichen lassen, weil beide Seiten über dieselbe Liste reden. Der Retainer wiederum rechnet nicht mehr in Projekten, sondern in Zeiträumen, und wird dort sinnvoll, wo der Abstimmungsaufwand pro Einzelbeauftragung den Produktionsaufwand übersteigt.
| Modell | Bezugsgröße | Risiko trägt | Nötiger Vorlauf | Bricht bei | | --- | --- | --- | --- | --- | | Tagessatz | Arbeitstag | Auftraggeber | Gering | Offenem Ende, Nachträgen | | Festpreis | Projekt | Produktion | Hoch | Unklarem Leistungsumfang | | Paket | Lieferliste | Produktion | Mittel | Sonderwünschen außerhalb der Liste | | Retainer | Zeitraum | Geteilt | Mittel | Schwankendem Bedarf |
Die Entscheidung nach Projekttyp
Die Modellwahl folgt dem Projekttyp, nicht der Verhandlungsposition. Ein einzelner Imagefilm mit fertigem Konzept gehört in den Festpreis. Ein Content-Drehtag mit offener Ausbringung gehört in Paket oder Tagessatz. Laufender Social-Bedarf gehört in den Retainer. Wer diese Zuordnung umgeht, zahlt an anderer Stelle nach.
| Vorhaben | Passendes Modell | Begründung | | --- | --- | --- | | Imagefilm mit fertigem Konzept | Festpreis | Umfang steht fest, Ergebnis ist beschreibbar | | Imagefilm ohne Konzept | Erst Konzept, dann Festpreis | Ohne Beschreibung kein belastbarer Preis | | Content-Drehtag für Social | Paket | Ausbringung ist die sinnvolle Bezugsgröße | | Messe, Event, Dreh mit offenem Ende | Tagessatz mit Deckel | Ablauf ist nicht planbar, Kosten aber begrenzbar | | Testimonials an mehreren Standorten | Paket je Standort | Wiederholbare Einheit, klar kalkulierbar | | Laufender Bedarf über Monate | Retainer | Anlaufaufwand fällt sonst jedes Mal neu an |
Der Fall in der zweiten Zeile ist der häufigste und der teuerste. Wer einen Festpreis für einen Film verlangt, dessen Inhalt noch niemand beschrieben hat, bekommt eine Zahl, die entweder zu hoch ist oder später nicht hält. Ob der Film am Ende überhaupt ein Imagefilm sein soll oder eher ein Werbefilm für eine Anzeige, ändert die Rechnung zusätzlich; die Abgrenzung dazu steht in unserem Vergleich Imagefilm gegen Werbefilm.
Zwei Angebote vergleichbar machen
Zwei Angebote in unterschiedlichen Modellen lassen sich nur über eine gemeinsame Lieferliste vergleichen. Definieren Sie selbst, was am Ende vorliegen soll, und lassen Sie beide Anbieter genau darauf antworten. Der Vergleich von Tagessatz gegen Festpreis ohne diese Liste führt zuverlässig zum falschen Ergebnis.
Diese sieben Fragen genügen. Wir schicken sie Auftraggebern regelmäßig mit, auch wenn das zweite Angebot nicht von uns kommt, weil ein sauberer Vergleich am Ende beiden Seiten Arbeit spart.
| Prüffrage | Warum sie den Vergleich entscheidet | | --- | --- | | Wie viele fertige Fassungen sind enthalten? | Häufigster versteckter Unterschied | | In welchen Formaten und Seitenverhältnissen? | Hoch- und Querformat sind zwei Schnitte | | Wie viele Korrekturschleifen sind inklusive? | Bestimmt den realen Aufwand nach dem Dreh | | Wer stellt Konzept und Skript? | Oft stillschweigend beim Auftraggeber | | Was passiert bei Überziehung des Drehtags? | Trennt Tagessatz und Festpreis in der Praxis | | Welche Nutzungsrechte, für welche Dauer? | Entscheidet über Anzeigen-Einsatz | | Bekomme ich das Rohmaterial? | Bestimmt, ob Sie später neu schneiden können |
Wenn Sie ohnehin gerade abwägen, ob Sie überhaupt extern beauftragen oder das intern aufbauen, gehört diese Liste in dieselbe Rechnung. Die Abwägung dazu haben wir in Videoagentur beauftragen oder selbst machen durchgerechnet, und was den Preis eines Imagefilms unabhängig vom Abrechnungsmodell treibt, steht in unserer Aufschlüsselung zu Imagefilm-Kosten.
Wann keines der Modelle passt
Keines der vier Modelle rettet ein Projekt, dessen Ziel unklar ist. Wenn niemand sagen kann, wofür der Film eingesetzt wird und woran der Erfolg gemessen wird, ist die Abrechnungsform die falsche Baustelle. Dann gehört zuerst das Ziel geklärt, und zwar bevor überhaupt ein Angebot eingeholt wird.
Wir sagen das auch gegen das eigene Interesse: Ein Drehtag, der gebucht wird, weil das Budget noch offen ist, produziert Material, das niemand einsetzt. Das ist keine Frage des Modells. In diesen Fällen ist das Gespräch über Zweck und Kanal die günstigere Investition, und zwar bevor eine Kamera überhaupt aufgebaut wird. Ein zweiter Fall, in dem alle Modelle scheitern, ist ein Auftraggeber ohne Entscheidungsbefugnis: Wenn die Freigabe erst nach dem Dreh durch drei Instanzen läuft, sprengt die Korrekturphase jeden Festpreis und jedes Paket.
Fazit: erst die Lieferliste, dann das Modell
Die Wahl zwischen Tagessatz und Festpreis wird einfach, sobald die Lieferliste steht. Steht sie, nehmen Sie den Festpreis oder das Paket. Steht sie nicht, nehmen Sie den Tagessatz und setzen Sie einen Deckel. Alles andere ist eine Verhandlung über eine Zahl, deren Bezugsgröße niemand kennt.
Praktisch in dieser Reihenfolge: Zweck und Kanal festlegen, daraus die Anzahl und die Formate der Endfassungen ableiten, diese Liste an beide Anbieter geben, erst dann über das Modell sprechen. In dieser Reihenfolge entsteht selten ein Nachtrag. In der umgekehrten fast immer, und dann meist in der Woche nach dem Dreh, wenn die erste Fassung im Postfach liegt und drei weitere fehlen.
Wenn Sie gerade zwei Angebote vor sich haben und nicht sicher sind, ob sie dasselbe beschreiben, ist die Lieferliste der schnellste Weg zur Klarheit. Wie ein Drehtag aufgebaut ist, aus dem eine planbare Anzahl fertiger Fassungen entsteht, und was dabei tatsächlich geliefert wird, steht auf unserer Seite zur Videoproduktion.
Häufige Fragen zu Tagessatz und Festpreis
Die acht Fragen, die uns zu Abrechnungsmodellen am häufigsten gestellt werden: was ein Tagessatz ist, was darin steckt, welches Modell für Auftraggeber besser ist, was bei Überziehung passiert, welcher Vertragstyp vorliegt, was eine Absage kostet, wie man Angebote vergleicht und wann ein Retainer sinnvoll wird.
Was ist ein Tagessatz in der Videoproduktion?
Der Betrag für einen Arbeitstag, unabhängig davon, wie viel fertiges Material an diesem Tag entsteht. Bezahlt wird die Bereitstellung von Crew, Technik und Zeit. Das entspricht der Logik des Dienstvertrags: geschuldet ist die Leistung, nicht ein bestimmtes Ergebnis.
Was ist im Tagessatz einer Videoproduktion enthalten?
Üblicherweise Crew, Kamera, Licht und Ton für einen definierten Zeitraum vor Ort. Regelmäßig nicht enthalten sind Konzept, Anfahrt, Schnitt, Farbkorrektur, Musiklizenz, Korrekturschleifen und zusätzliche Fassungen. Einen Branchenstandard gibt es nicht, deshalb gehört das schriftlich geklärt.
Tagessatz oder Festpreis: was ist für Auftraggeber besser?
Festpreis, wenn der Umfang feststeht. Tagessatz, wenn er offen ist. Wer bei unklarem Umfang auf einem Festpreis besteht, bekommt entweder einen Risikoaufschlag oder eine sehr enge Auslegung dessen, was noch dazugehört.
Was passiert, wenn der Drehtag länger dauert als geplant?
Beim Tagessatz wird die Mehrzeit zusätzlich berechnet, meist in angefangenen Stunden nach einer vereinbarten Kernzeit. Beim Festpreis trägt die Produktion sie, solange der Umfang gleich bleibt. Ändert der Auftraggeber den Umfang, ist es in beiden Modellen ein Nachtrag.
Ist ein Angebot zur Videoproduktion ein Werkvertrag oder ein Dienstvertrag?
Das entscheidet der Inhalt, nicht die Überschrift. Wird ein fertiger Film geschuldet, spricht das für den Werkvertrag nach Paragraf 631 BGB, der laut Absatz 2 auch einen durch Arbeit herbeizuführenden Erfolg umfasst. Wird nur Arbeitszeit zugesagt, liegt der Dienstvertrag näher.
Was kostet es, wenn ich einen gebuchten Drehtag absage?
Beim Werkvertrag kann der Besteller nach Paragraf 648 BGB jederzeit kündigen. Die Produktion behält den Vergütungsanspruch, muss sich aber ersparte Aufwendungen und anderweitigen Erwerb anrechnen lassen. Für den nicht erbrachten Teil vermutet das Gesetz 5 Prozent.
Wie vergleiche ich zwei Angebote, wenn eines einen Tagessatz und eines einen Festpreis nennt?
Über eine gemeinsame Lieferliste. Legen Sie fest, wie viele fertige Fassungen in welchen Formaten Sie brauchen, und lassen Sie beide Anbieter genau darauf antworten. Vorher vergleichen Sie Zahlen, die verschiedene Dinge beschreiben.
Wann lohnt sich ein Retainer statt einzelner Projekte?
Sobald der Abstimmungsaufwand pro Einzelbeauftragung den Produktionsaufwand übersteigt. Bei vier Filmen im Jahr sind Einzelprojekte günstiger. Bei monatlicher Veröffentlichung zahlen Sie bei Einzelbeauftragung jedes Mal den Anlauf mit.
Quelle: https://expertenfilm.de/ki-news/tagessatz-videoproduktion-oder-festpreis