Imagefilm-Vorlage zum Download: Konzept, Drehbuch und Shotlist als bearbeitbare Word- und Excel-Dateien. Welche Vorlage wann dran ist, wer sie ausfüllt und woran sie in der Praxis scheitert.
Eine Imagefilm-Vorlage ist in Wahrheit ein Satz aus drei Dokumenten: Das Konzept klärt, was der Film leisten soll, das Drehbuch legt Szenen mit Bild und Ton fest, die Shotlist macht daraus einen Arbeitsplan für den Drehtag. Alle drei gibt es hier als bearbeitbare Word- und Excel-Datei. Wer sie in dieser Reihenfolge ausfüllt und jede Stufe freigibt, spart die teuerste Korrektur, nämlich die nach dem Dreh.
Wer nach einer Imagefilm-Vorlage sucht, findet meist eine von drei Sachen: eine Konzept-Gliederung, ein Drehbuch-Muster oder eine englische Shotlist als Tabelle. Selten alle drei zusammen, und fast nie mit dem Hinweis, wie sie zusammenhängen. Genau das ist aber der Punkt, an dem Projekte im Mittelstand hängen bleiben: Das Konzept ist gut, das Drehbuch auch, und am Drehtag fehlt trotzdem die Hälfte, weil niemand die Szenen in Einstellungen übersetzt hat.
Diese Seite bündelt deshalb alles an einem Ort. Sie finden die drei Vorlagen zum Herunterladen, eine Übersicht, welche davon Ihr Projekt wirklich braucht, und für jede Vorlage eine kurze Ausfüllhilfe. Die ausführlichen Anleitungen zu Konzept und Drehbuch stehen in zwei eigenen Beiträgen, die hier jeweils verlinkt sind.
Imagefilm-Vorlage: drei Dokumente, drei Aufgaben
Konzept, Drehbuch und Shotlist beantworten drei verschiedene Fragen. Das Konzept fragt, warum es den Film gibt und für wen. Das Drehbuch fragt, was in welcher Reihenfolge zu sehen und zu hören ist. Die Shotlist fragt, was am Drehtag wann und wo gefilmt wird. Wer die Fragen vermischt, bekommt ein Dokument, das keine davon sauber löst.
Die folgende Tabelle zeigt die drei Vorlagen nebeneinander. Sie ist gleichzeitig die Reihenfolge, in der sie entstehen sollten.
| Vorlage | Beantwortet | Füllt aus | Umfang | Format | | --- | --- | --- | --- | --- | | 1. Konzept | Auftrag, Zielgruppe, Kernaussage, Kanäle | Unternehmen, Agentur schärft nach | 1 bis 2 Seiten | Word | | 2. Drehbuch | Szenenfolge mit Bild und Ton | gemeinsam | 1 Zeile pro Szene, meist 10 bis 25 Zeilen | Word | | 3. Shotlist | Einstellungen nach Ort, Zeit und Priorität | Produktionsteam, Unternehmen prüft | 35 bis 60 Zeilen pro Drehtag | Excel |
Download: die drei Vorlagen
Alle drei Vorlagen sind ohne Anmeldung herunterladbar und frei für eigene Projekte nutzbar. Konzept und Drehbuch kommen als Word-Datei mit grauen Leitfragen, die Sie überschreiben. Die Shotlist ist eine Excel-Tabelle mit Auswahllisten, Filter und einer Anleitung im zweiten Tabellenblatt.
Die Dateien sind bewusst schlicht gehalten. Sie sollen in jedem Office-Programm und in Google Docs oder Sheets funktionieren, ohne dass Formatierungen zerfallen. Wer lieber mit einem Online-Werkzeug arbeitet, kann die Spalten der Shotlist eins zu eins übernehmen.
Vorlage 1: das Konzept in neun Bausteinen
Die Konzept-Vorlage fragt neun Dinge ab: Auftrag, Zielgruppe mit Sehsituation, Kernaussage, Erzählmuster, Bildwelt, Tonebene, Länge und Fassungen, Distribution samt Nutzungsrechten sowie Machbarkeit und Freigaben. Jedes Feld braucht ein bis drei Sätze. Einzelne Einstellungen oder Technik gehören ausdrücklich nicht hinein.
Der häufigste Fehler beim Ausfüllen ist ein zu breiter Auftrag. „Das Unternehmen vorstellen" ist kein Auftrag, sondern eine Ausrede, keinen zu wählen. Ein Auftrag ist zum Beispiel: Bewerbungen für die Ausbildung auslösen, oder: Interessenten vor dem Erstgespräch so weit informieren, dass das Gespräch kürzer wird. Wenn Baustein 1 sitzt, ergeben sich Zielgruppe und Länge fast von selbst.
Baustein 8 wird gern übersprungen und ist später am teuersten. Wo der Film laufen soll, entscheidet über die Nutzungsrechte. Nach § 31 Abs. 5 des Urheberrechtsgesetzes richtet sich der Umfang eingeräumter Rechte nach dem Vertragszweck, wenn die Nutzungsarten nicht einzeln benannt sind. Steht im Konzept nur „Website", ist eine spätere Anzeigenkampagne nicht automatisch abgedeckt. Das gilt für Bild genauso wie für Musik; was dabei konkret zu beachten ist, steht im Beitrag zu Musikrechten im Imagefilm.
Jeden der neun Bausteine mit Beispielen, die Ableitung zur Shotlist und die Frage, wie viel Konzept ein Projekt braucht, erklärt der ausführliche Beitrag zur Imagefilm-Konzept-Vorlage mit neun Bausteinen.
Vorlage 2: das Drehbuch in zwei Spalten
Die Drehbuch-Vorlage ist eine Tabelle mit einer Zeile pro Szene. Links steht, was man sieht, rechts, was man hört: Sprechertext, O-Ton, Musik oder Atmo. Dazu kommen Szenennummer, geplante Dauer und eine Spalte für Ort und Personen. Ein Machbarkeitscheck am Ende verhindert, dass ein Drehbuch freigegeben wird, das am Drehtag nicht umsetzbar ist.
Die Zwei-Spalten-Form hat einen praktischen Grund: Auftraggeber lesen sie ohne Übung. Ein klassisches Filmskript mit Regieanweisungen und Dialogblöcken ist für einen Imagefilm zu schwerfällig, ein Fließtext dagegen zu ungenau. In der Tabelle sieht jeder sofort, wo Text auf Bild trifft und wo eine Szene ohne Ton auskommen muss.
Die Dauer-Spalte ehrlich ausfüllen
In unseren Produktionen rechnen wir mit rund zwei gesprochenen Wörtern pro Sekunde. Ein Sprechertext von 240 Wörtern ergibt damit etwa zwei Minuten Film, ohne eine einzige Sekunde für Bilder ohne Text. Die Vorlage verlangt deshalb, jeden Text laut vorzulesen und zu stoppen. Liegt die Summe der Szenendauern mehr als zehn Prozent über der Ziellänge, wird gekürzt, bevor gedreht wird, nicht danach.
Die fünf Schritte vom Auftrag bis zum Machbarkeitscheck und die Frage, wann ein Interview-Leitfaden die bessere Wahl ist, stehen im Beitrag Imagefilm-Drehbuch schreiben in fünf Schritten.
Vorlage 3: die Shotlist für den Drehtag
Die Shotlist zerlegt jede Drehbuch-Szene in einzelne Einstellungen und sortiert sie nach Drehort und Zeitblock statt nach Filmreihenfolge. So wird jeder Ort nur einmal aufgebaut. Spalten für Priorität, Einwilligung, Ton und Verwendung sorgen dafür, dass am Drehtag nichts fehlt, was im Schnitt gebraucht wird.
Das ist der Teil, für den es kaum deutschsprachige Vorlagen gibt. Die meisten Muster im Netz stammen aus der Spielfilmplanung, etwa die englische Shotlist-Anleitung von Vimeo, und arbeiten mit Objektiv- und Kameraangaben, die für einen Auftraggeber nichts bedeuten. Unsere Vorlage verzichtet darauf und nimmt stattdessen Spalten auf, die bei Unternehmensfilmen über Erfolg oder Nachdreh entscheiden.
| Spalte | Wozu | Typischer Fehler ohne sie | | --- | --- | --- | | Drehort und Zeitblock | Sortierung nach Aufbau statt Filmfolge | Licht wird dreimal am selben Ort aufgebaut | | Priorität A, B, C | Was unverzichtbar ist, kommt zuerst | Die Schlüsselszene fällt der Verspätung zum Opfer | | Einwilligung liegt vor | Jede erkennbare Person vorher geklärt | Szene ist im Kasten, darf aber nicht veröffentlicht werden | | Ton | O-Ton, Atmo oder stumm | Maschinenlärm überdeckt das Interview | | Verwendung | Hauptfilm, Kurzfassung, Hochformat, Foto | Für Instagram fehlen die passenden Bilder |
Die Einwilligungs-Spalte ist kein Formalismus. Nach § 22 des Kunsturhebergesetzes dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Bei Mitarbeitenden kommt das Arbeitsverhältnis als Besonderheit dazu; wie man das sauber regelt, steht im Beitrag zur Einwilligung von Mitarbeitern beim Foto- und Videodreh. Was am Drehtag selbst bereitliegen sollte, fasst die Checkliste für den Imagefilm-Drehtag vor Ort zusammen, sie ergänzt die Shotlist um Strom, Räume und Ansprechpartner.
Ein Beispiel aus der Praxis
Bei einem Dreh in einer Backstube stand der Ofen nur zwischen sechs und acht Uhr unter voller Last, danach wurde er heruntergefahren. Im Drehbuch war die Ofenszene die vorletzte des Films. In der Shotlist rückte sie mit Priorität A in den ersten Zeitblock, zusammen mit allen anderen Einstellungen am Ofen. Ohne diese Umsortierung hätte es die Szene schlicht nicht gegeben. Bei einem ganztägigen Imagefilm-Dreh planen wir je nach Zahl der Orte meist zwischen 35 und 60 Einstellungen, und fast immer gibt es zwei oder drei davon, an denen der ganze Tagesplan hängt.
Welche Vorlage Ihr Projekt wirklich braucht
Das Konzept braucht jedes Projekt. Ein ausformuliertes Drehbuch lohnt sich bei Sprechertext oder fester Szenenfolge, bei Interviewfilmen ersetzt es oft ein Gesprächsleitfaden. Die Shotlist lohnt sich ab etwa zwei Drehorten oder sobald mehrere Personen zu festen Zeiten verfügbar sein müssen.
| Projektart | Konzept | Drehbuch | Shotlist | | --- | --- | --- | --- | | Klassischer Imagefilm mit Sprecher | ja | ja, ausformuliert | ja | | Interview- oder Testimonialfilm | ja | Leitfaden statt Drehbuch | für Schnittbilder | | Recruitingfilm mit mehreren Abteilungen | ja | grob, Szenen je Abteilung | ja, mit Zeitfenstern pro Person | | Social-Media-Clips aus einem Drehtag | ja, Fokus Fassungen | Themenliste reicht | ja, Spalte Hochformat | | Eventfilm | ja | nein | Ablaufplan mit Pflichtmotiven |
Wer den Film ausschreibt, statt ihn selbst zu planen, legt das ausgefüllte Konzept der Anfrage bei. Das macht Angebote vergleichbar, weil alle Anbieter vom selben Auftrag ausgehen. Wie eine solche Anfrage aufgebaut ist und woran man Angebote nebeneinanderlegt, steht im Beitrag Video beauftragen: Anfrage schreiben, Angebote vergleichen.
Wann eine Vorlage nicht die richtige Wahl ist
Eine Vorlage ersetzt keine Idee. Wenn noch offen ist, was der Film überhaupt erreichen soll, führt das Ausfüllen nur zu einem ordentlich formatierten Durcheinander. Auch bei sehr kurzen Clips oder dokumentarischen Drehs kann eine strenge Shotlist mehr bremsen als helfen.
Drei Situationen, in denen wir von den Vorlagen abraten oder sie stark kürzen. Erstens: Der Auftrag ist intern noch strittig, etwa weil Vertrieb und Personalabteilung unterschiedliche Filme wollen. Dann zuerst diese Frage klären, sonst wird das Konzept zum Kompromiss, der niemandem hilft. Zweitens: Der Film lebt von echten Momenten, etwa bei einer Betriebsfeier oder einem Einsatz. Dort reicht eine Liste mit Pflichtmotiven, alles andere entsteht vor Ort. Drittens: Es geht um einen einzelnen kurzen Clip. Dann genügen Baustein 1, 2 und 3 aus dem Konzept auf einer halben Seite.
Und noch ein Punkt zur Freigabe: Die Vorlagen sind Planungsdokumente, kein Vertrag. Was am Ende als fertiger Film abgenommen wird, regelt der Vertrag mit dem Produktionsteam. Für Werkverträge gilt nach § 640 BGB, dass die Abnahme wegen unwesentlicher Mängel nicht verweigert werden kann. Deshalb sollten Konzept und Drehbuch vor dem Dreh freigegeben sein. Dann ist klar, woran der fertige Film gemessen wird.
Häufige Fragen zur Imagefilm-Vorlage
Die häufigsten Fragen betreffen den kostenlosen Download, die Reihenfolge der drei Dokumente, den Unterschied zwischen Drehbuch und Shotlist, die Rollenverteilung zwischen Unternehmen und Agentur, die Zahl der Einstellungen pro Drehtag und die Frage, ob jedes Projekt alle drei Vorlagen braucht.
Gibt es eine kostenlose Imagefilm-Vorlage zum Download?
Ja. Auf dieser Seite stehen drei bearbeitbare Vorlagen: ein Imagefilm-Konzept mit neun Bausteinen als Word-Datei, ein Zwei-Spalten-Drehbuch als Word-Datei und eine Shotlist als Excel-Datei mit Auswahllisten. Alle drei sind ohne Anmeldung herunterladbar und für eigene Projekte frei nutzbar.
In welcher Reihenfolge füllt man Konzept, Drehbuch und Shotlist aus?
Erst das Konzept, dann das Drehbuch, zuletzt die Shotlist. Das Konzept legt fest, was der Film leisten soll. Das Drehbuch übersetzt das in Szenen mit Bild und Ton. Die Shotlist zerlegt die Szenen in einzelne Einstellungen und sortiert sie nach Drehort und Uhrzeit. Jede Stufe sollte freigegeben sein, bevor die nächste beginnt.
Was ist der Unterschied zwischen Drehbuch und Shotlist?
Das Drehbuch beschreibt den Film in der Reihenfolge, in der ihn das Publikum sieht, Szene für Szene mit Bild und Ton. Die Shotlist ist ein Arbeitsplan für den Drehtag: Sie listet jede einzelne Einstellung, sortiert nach Ort und Zeitblock, mit Priorität und Erledigt-Spalte. Ein Drehbuch liest der Auftraggeber, eine Shotlist benutzt das Team am Set.
Wer füllt die Imagefilm-Vorlagen aus, das Unternehmen oder die Agentur?
Das Konzept sollte das Unternehmen mindestens im Entwurf selbst ausfüllen, weil Auftrag, Zielgruppe und Kernaussage nur dort bekannt sind. Das Drehbuch entsteht meist gemeinsam. Die Shotlist erstellt in der Regel das Produktionsteam, weil sie Wissen über Drehabläufe voraussetzt. Das Unternehmen prüft dann vor allem Orte, Personen und Einwilligungen.
Wie viele Einstellungen passen auf eine Shotlist für einen Drehtag?
Bei einem ganztägigen Imagefilm-Dreh planen wir je nach Zahl der Drehorte meist zwischen 35 und 60 Einstellungen. Entscheidend ist weniger die Zahl als die Sortierung: Jeder Ort sollte nur einmal aufgebaut werden, und die Einstellungen mit Priorität A gehören an den Anfang jedes Zeitblocks.
Brauche ich für jeden Imagefilm alle drei Vorlagen?
Nein. Das Konzept braucht jedes Projekt, auch ein kurzes. Ein ausformuliertes Drehbuch lohnt sich vor allem bei Filmen mit Sprecher oder fester Szenenfolge. Bei Interviewfilmen ersetzt oft ein Gesprächsleitfaden das Drehbuch. Die Shotlist lohnt sich ab etwa zwei Drehorten oder wenn mehrere Personen zu festen Zeiten verfügbar sein müssen.
Was wir daraus mitnehmen
Eine gute Imagefilm-Vorlage besteht aus drei Stufen, die aufeinander aufbauen. Das Konzept klärt das Warum, das Drehbuch das Was, die Shotlist das Wann und Wo. Jede Stufe wird freigegeben, bevor die nächste beginnt. So landen Korrekturen auf Papier statt im Schnitt.
Die Kurzfassung für Ihre Planung: Laden Sie die Konzept-Vorlage herunter und füllen Sie zuerst nur Baustein 1 bis 3 aus. Wenn diese drei Sätze intern niemand mehr anzweifelt, ist der schwierigste Teil geschafft. Drehbuch und Shotlist folgen daraus, und beide lassen sich mit einem Produktionsteam in wenigen Abstimmungen fertigstellen.
Wir übernehmen bei unseren Projekten meist Drehbuch und Shotlist und gehen das Konzept im Erstgespräch mit Ihnen gemeinsam durch. Wie Planung, Drehtag und Schnitt bei uns zusammenhängen, steht auf der Seite zur Videoproduktion für Unternehmen. Wenn Sie schon ein ausgefülltes Konzept haben, schicken Sie es uns einfach mit: Dann sprechen wir im ersten Termin direkt über Szenen statt über Grundsätzliches.
Quelle: https://expertenfilm.de/ki-news/imagefilm-vorlage-konzept-drehbuch-shotlist