Imagefilm-Briefing als Checkliste zum Download: sieben Blöcke, die vor dem Erstgespräch mit einem Produktionsteam geklärt sein sollten, welche Lücken später am meisten kosten und wann ein kurzes Briefing reicht.
Ein Imagefilm-Briefing beantwortet vor dem Erstgespräch sieben Fragen: warum der Film jetzt entsteht, für wen, mit welcher Kernaussage, an welchen Orten mit welchen Menschen, in welchen Fassungen für welche Kanäle, in welchem Rahmen aus Budget, Terminen und Freigaben, und was intern noch offen ist. Ein bis zwei Seiten reichen. Die Checkliste dazu steht hier als Word-Datei zum Herunterladen.
Ein Imagefilm-Briefing ist das Dokument, das am meisten Zeit spart und am seltesten vorliegt. In vielen Erstgesprächen sitzen zwei Parteien zusammen, die beide gut vorbereitet sind, aber auf unterschiedliche Filme. Das Unternehmen denkt an einen Film für Bewerber, die Marketingabteilung an einen für die Messe, und das Produktionsteam rechnet einen dritten. Eine Checkliste, die vorher ausgefüllt wird, legt diese Unterschiede offen, solange sie noch nichts kosten.
Dieser Beitrag zeigt, was in ein Briefing gehört, was ausdrücklich nicht, und welche Lücken später am teuersten werden. Die Checkliste ist die, mit der wir selbst in Erstgespräche gehen. Sie ist bewusst auf das Gespräch vor dem Auftrag zugeschnitten, nicht auf den Drehtag. Was am Drehtag selbst bereitliegen muss, ist eine andere Liste.
Was ein Imagefilm-Briefing ist und was nicht
Ein Imagefilm-Briefing ist die Auftragsbeschreibung des Unternehmens, geschrieben bevor ein Produktionsteam beauftragt ist. Es klärt Ausgangslage, Ziel und Rahmen, aber nicht die Umsetzung. Szenen, Drehbuch und Bildideen entstehen erst danach im Konzept. Wer beides vermischt, diskutiert im Erstgespräch über Kameraeinstellungen, obwohl der Auftrag noch offen ist.
Die drei Dokumente der Vorproduktion werden oft in einen Topf geworfen. Die Tabelle trennt sie nach Zeitpunkt und Verantwortung.
| Dokument | Wann | Wer schreibt | Beantwortet | Umfang |
|---|
| Briefing | vor dem Erstgespräch | Unternehmen | Warum, für wen, in welchem Rahmen | 1 bis 2 Seiten |
| Angebot | nach dem Erstgespräch | Produktionsteam | Leistungen, Ablauf, Rechte, Preis | 2 bis 4 Seiten |
| Konzept | nach der Beauftragung | gemeinsam | Wie der Film erzählt wird | 1 bis 2 Seiten plus Drehbuch |
Der Unterschied ist nicht akademisch. Ein Angebot kann nur so genau sein wie das Briefing, auf dem es beruht. Und ein Konzept, das ohne Briefing entsteht, beantwortet die Fragen der Agentur statt die des Unternehmens. Wie das Konzept danach Baustein für Baustein entsteht, zeigt die Imagefilm-Konzept-Vorlage mit neun Bausteinen.
Download: die Briefing-Checkliste als Word-Datei
Die Checkliste ist eine Word-Datei mit sieben Blöcken und 21 Leitfragen. Die grauen Texte werden überschrieben, offene Punkte als offen markiert statt leer gelassen. Am Ende steht ein Abschluss-Check mit fünf Punkten. Ausgefüllt geht sie vor dem Erstgespräch an das Produktionsteam.
Die Datei funktioniert in jedem Office-Programm und in Google Docs. Wer für das Konzept, das Drehbuch und die Shotlist ebenfalls eine Vorlage sucht, findet alle drei auf der Sammelseite Imagefilm-Vorlage: Konzept, Drehbuch und Shotlist. Das Briefing ist die Stufe davor.
Die Checkliste: sieben Blöcke fürs Erstgespräch
Die sieben Blöcke sind Anlass und Auftrag, Zielgruppe und Sehsituation, Kernaussage und Abgrenzung, Orte und Personen, Länge mit Fassungen und Kanälen, der Rahmen aus Budget, Terminen und Freigaben sowie offene Punkte. Jeder Block braucht zwei bis vier Sätze. Entscheidend ist, dass keiner fehlt.
| Block | Leitfrage | Was ohne ihn passiert |
|---|
| 1. Anlass und Auftrag | Was soll nach dem Ansehen passieren? | Der Film stellt vor, löst aber nichts aus |
| 2. Zielgruppe und Sehsituation | Wer schaut wo, mit oder ohne Ton? | Der Film funktioniert nur am Schreibtisch |
| 3. Kernaussage und Abgrenzung | Welcher eine Satz soll hängen bleiben? | Zehn Botschaften, keine bleibt |
| 4. Orte und Personen | Wo wird gedreht, wer spricht? | Drehtag ohne Einwilligungen oder Zugang |
| 5. Länge, Fassungen, Kanäle | Welche Versionen, wo, wie lange? | Hochformat fehlt, Rechte passen nicht |
| 6. Rahmen | Budget, Termine, wer gibt frei? | Unvergleichbare Angebote, späte Kehrtwenden |
| 7. Offene Punkte | Was ist intern noch strittig? | Der Streit wird im Rohschnitt ausgetragen |
Block 1 und 2: Auftrag und Sehsituation
Der Auftrag ist der Block, an dem die meisten Briefings scheitern. „Das Unternehmen zeigen" ist kein Auftrag. Ein Auftrag beschreibt, was der Zuschauer danach tut: sich bewerben, einen Termin anfragen, mit Vorwissen ins Verkaufsgespräch gehen. Erst daraus ergibt sich, wie lang der Film sein darf und wo er laufen muss.
Die Sehsituation wird fast immer unterschätzt. Laut dem Wyzowl-Report zum Videomarketing 2026 setzen 91 Prozent der befragten Unternehmen Video im Marketing ein. Ein Film konkurriert also nicht mit Text, sondern mit anderen Filmen, und meistens auf dem Smartphone. Wer das im Briefing notiert, bekommt einen Film, der auch ohne Ton in den ersten Sekunden verständlich ist.
Block 3 und 4: Kernaussage, Orte, Personen
Die Kernaussage ist ein Satz, den ein Zuschauer nach dem Film wiedergeben kann. Steht dort eine Aufzählung, ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Genauso viel spart die Abgrenzung: was nicht vorkommen soll. Bereiche mit Fotoverbot, Kunden, die nicht genannt werden dürfen, Produkte, die bald auslaufen.
Bei den Personen geht es nicht nur um Namen, sondern um Einwilligungen. Nach § 22 des Kunsturhebergesetzes dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. Wer im Briefing notiert, wer vor der Kamera stehen soll, kann die Einwilligungen einholen, bevor der Drehtag feststeht. Wie das bei Mitarbeitenden sauber geregelt wird, steht im Beitrag zur Einwilligung von Mitarbeitern beim Videodreh.
Block 5 und 6: Fassungen, Kanäle und Rahmen
Fassungen und Kanäle entscheiden über die Nutzungsrechte. Nach § 31 Abs. 5 des Urheberrechtsgesetzes richtet sich der Umfang eingeräumter Rechte nach dem Vertragszweck, wenn die Nutzungsarten nicht einzeln benannt sind. Steht im Briefing nur „Website", ist eine spätere Anzeigenkampagne nicht automatisch abgedeckt. Deshalb gehören Kanäle und geplante Laufzeit in das Briefing und nicht erst in den Vertrag.
Beim Budget reicht eine Spanne. Sie verpflichtet zu nichts, sorgt aber dafür, dass alle Anbieter denselben Umfang rechnen. Wer einzelne Freiberufler für Kamera oder Schnitt direkt beauftragt statt einer Firma, sollte zusätzlich die Künstlersozialabgabe einplanen. Sie liegt laut Deutscher Rentenversicherung im Jahr 2026 bei 4,9 Prozent der Honorare. Welche Faktoren den Gesamtrahmen eines Imagefilms bestimmen, zeigt der Beitrag zu den Kosten eines Imagefilms.
Bei den Freigaben zählt ein Name, keine Abteilung. Die Person, die am Ende freigibt, sollte schon im Erstgespräch sitzen. Wird sie erst beim Rohschnitt dazugeholt, stellt sie Fragen, die im Briefing hätten stehen müssen.
Block 7: was intern noch offen ist
Dieser Block ist der ehrlichste und deshalb der nützlichste. Wenn Personal und Vertrieb unterschiedliche Filme wollen, gehört das auf das Papier. Ein Produktionsteam kann dann im Erstgespräch vorschlagen, ob ein Film beide Ziele trägt oder ob zwei Fassungen aus einem Drehtag die bessere Lösung sind. Ungeklärt landet derselbe Konflikt später im Rohschnitt, und dort ist jede Änderung teurer.
Wie ein Erstgespräch mit Briefing abläuft
Mit Briefing kommt ein Erstgespräch bei uns oft mit einer Viertelstunde aus. Die erste Hälfte geht in Rückfragen zum Auftrag und zur Zielgruppe, die zweite in Erzählmuster, Ablauf und Fassungen. Ohne Briefing füllt das Abfragen der Grunddaten fast die ganze Zeit, und über den Film selbst wird kaum gesprochen.
Ein typischer Ablauf mit vorab geschicktem Briefing sieht so aus. Wir lesen die Checkliste vorher und markieren drei bis fünf Stellen, an denen wir nachfragen. Im Gespräch klären wir zuerst den Auftrag, weil alles andere davon abhängt. Danach sprechen wir über zwei oder drei mögliche Erzählmuster, etwa Interview, Tagesablauf oder Kundenperspektive, und darüber, welche Fassungen aus einem Drehtag entstehen können.
Ein Muster, das wir in Erstgesprächen regelmäßig sehen: Als Kanal steht nur die Website im Briefing. In Block 7 steht dann der Satz, dass eigentlich auch Personal gesucht wird, man aber nicht weiß, ob das in denselben Film passt. Aus diesem Satz wird oft ein Drehtag mit einem Hauptfilm für die Website und kurzen Hochformat-Clips für die Stellenanzeigen. Ohne ihn hätte niemand danach gefragt.
Nach dem Gespräch folgt das Angebot. Wie man mehrere Angebote auf Basis desselben Briefings nebeneinanderlegt und woran man sie vergleicht, steht im Beitrag Video beauftragen: Anfrage schreiben, Angebote vergleichen.
Typische Lücken im Briefing und was sie kosten
Die teuersten Lücken sind nicht die großen, sondern die unscheinbaren: eine fehlende Fassung, eine vergessene Einwilligung, eine Freigabe-Person, die erst spät auftaucht. Sie fallen meist erst im Schnitt oder nach der Veröffentlichung auf, wenn ein Nachdreh oder eine Neuverhandlung der Rechte nötig wird.
| Lücke im Briefing | Fällt auf | Folge |
|---|
| Kein Hochformat geplant | bei der Social-Media-Planung | Bilder lassen sich nicht sauber zuschneiden |
| Kanäle nicht benannt | vor der ersten Anzeige | Rechte für Bild und Musik nachverhandeln |
| Einwilligung fehlt | im Schnitt | Szene darf nicht verwendet werden |
| Freigabe-Person nicht dabei | beim Rohschnitt | Grundsatzfragen statt Feinschliff |
| Kein Budgetrahmen | beim Angebotsvergleich | Angebote für drei verschiedene Filme |
Einige dieser Punkte tauchen später noch einmal auf, nämlich auf der Checkliste für den Imagefilm-Drehtag vor Ort. Der Unterschied ist der Zeitpunkt: Im Briefing kostet eine Lücke einen Satz, am Drehtag eine Stunde, nach der Veröffentlichung einen Nachdreh.
Wann ein ausführliches Briefing nicht nötig ist
Bei laufenden Formaten, die einmal geplant wurden, reicht ein Themenbriefing von wenigen Zeilen. Auch wenn noch gar nicht klar ist, ob überhaupt ein Film das richtige Mittel ist, hilft eine volle Checkliste wenig. Dann ist ein offenes Gespräch der bessere erste Schritt.
Drei Situationen, in denen wir von der vollen Checkliste abraten. Erstens: Es gibt bereits einen laufenden Film oder eine Reihe, und es geht um die nächste Folge. Dann reichen Thema, Personen und Termin. Zweitens: Das Unternehmen weiß noch nicht, ob Film, Fotos oder eine neue Website das eigentliche Problem lösen. Ein Briefing für einen Film würde die Antwort vorwegnehmen. Drittens: Der Film dokumentiert ein Ereignis, etwa eine Eröffnung. Dort zählen Ablaufplan und Pflichtmotive mehr als eine Kernaussage.
Und umgekehrt: Je mehr Abteilungen beteiligt sind und je länger der Film genutzt werden soll, desto mehr lohnt jede der 21 Leitfragen. Bei einem Unternehmensfilm, der drei Jahre auf der Website steht, sind die zwanzig Minuten fürs Ausfüllen die günstigste Stunde des ganzen Projekts.
Häufige Fragen zum Imagefilm-Briefing
Die häufigsten Fragen betreffen den Inhalt eines Briefings, den Unterschied zum Konzept, die richtige Länge, die Angabe eines Budgets, die Besetzung des Erstgesprächs und die Frage nach einer Vorlage zum Herunterladen.
Was gehört in ein Imagefilm-Briefing?
Ein Imagefilm-Briefing klärt sieben Dinge: Anlass und Auftrag, Zielgruppe und Sehsituation, Kernaussage und Abgrenzung, Orte und Personen samt Einwilligungen, Länge, Fassungen und Kanäle, den Rahmen aus Budget, Terminen und Freigaben sowie die offenen Punkte, die im Erstgespräch besprochen werden sollen. Ideen für einzelne Szenen gehören noch nicht hinein.
Was ist der Unterschied zwischen Briefing und Konzept beim Imagefilm?
Das Briefing schreibt das Unternehmen, bevor es mit einem Produktionsteam spricht. Es beschreibt Ausgangslage, Ziel und Rahmen. Das Konzept entsteht danach, meist gemeinsam mit der Agentur, und legt fest, wie der Film erzählt wird. Ein gutes Briefing ist die Grundlage, aus der ein Konzept in einer statt in drei Abstimmungsrunden entsteht.
Wie lang sollte ein Imagefilm-Briefing sein?
Ein bis zwei Seiten reichen fast immer. Entscheidender als die Länge ist, dass kein Block leer bleibt. Was noch nicht entschieden ist, wird als offen markiert. Ein Briefing über fünf Seiten ist meist ein Zeichen dafür, dass schon Szenen geplant werden, bevor der Auftrag geklärt ist.
Muss ich im Briefing ein Budget angeben?
Ja, zumindest als Spanne. Ohne Budgetrahmen rechnet jeder Anbieter einen anderen Film, und die Angebote lassen sich nicht vergleichen. Die Spanne verpflichtet zu nichts, sie sorgt nur dafür, dass im Erstgespräch über denselben Umfang gesprochen wird.
Wer sollte beim Erstgespräch für einen Imagefilm dabei sein?
Die Person, die das Projekt koordiniert, und die Person, die am Ende freigibt. Fehlt die Freigabe-Person im Erstgespräch, werden Entscheidungen später wieder geöffnet. Fachabteilungen wie Personal oder Vertrieb kommen dazu, wenn der Film ihr Ziel bedienen soll.
Gibt es eine Vorlage für ein Imagefilm-Briefing zum Download?
Ja. Auf dieser Seite steht eine bearbeitbare Word-Datei mit allen sieben Blöcken, grauen Leitfragen zum Überschreiben und einem Abschluss-Check vor dem Versand. Sie ist ohne Anmeldung herunterladbar und frei für eigene Projekte nutzbar.
Was wir daraus mitnehmen
Ein Imagefilm-Briefing ist kurz, aber vollständig. Es beschreibt den Auftrag, nicht die Umsetzung, und markiert offene Punkte, statt sie zu verschweigen. Wer es vor dem Erstgespräch verschickt, spricht im ersten Termin über den Film statt über Grunddaten.
Die Kurzfassung für Ihre Vorbereitung: Laden Sie die Checkliste herunter und füllen Sie zuerst Block 1 und Block 7 aus, also den Auftrag und das, was intern noch offen ist. Diese beiden Blöcke entscheiden, ob das Erstgespräch zu einem Film führt oder zu einem zweiten Erstgespräch.
Wenn Sie ein ausgefülltes Briefing haben, schicken Sie es uns vor dem Termin. Dann bereiten wir Rückfragen und erste Erzählmuster vor, und der erste Termin wird zum Arbeitsgespräch. Wie Briefing, Drehtag und Schnitt bei uns ineinandergreifen, steht auf der Seite zur Videoproduktion für Unternehmen.
Quelle: https://expertenfilm.de/ki-news/imagefilm-briefing-checkliste-erstgespraech